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Rechtsgebiete

Verkehrsunfälle

Fortbildung wird in der Kanzlei selbstverständlich groß geschrieben. Eine Fortbildung zur BGH-Rechtsprechung bei Verkehrsunfällen aus dem Jahre 2015 (Dozent: Richter am BGH, Wolfgang Wellner)

Nach einem Verkehrsunfall hat der Geschädigte mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen. Das Auto ist beschädigt, die Versicherungen müssen informiert und meist muss auch ein Gutachter beauftragt werden.

Sowohl mittlerweile üblich gewordene - zum Teil unberechtigte - Kürzungen der Versicherungen, als auch eine schleppende Abwicklung des Schadensfalles kann durch die Beauftragung eines Rechtsanwaltes verhindert werden.

Tragen Sie an dem Unfall keine Schuld, werden die hier anfallenden Kosten zudem von der gegnerischen Haftpflicht bezahlt, soweit dies erforderlich und zweckmässig ist..

Geben Sie gegenüber der gegnerischen Versicherung und auch gegenüber der Polizei keine Unfallschilderung und erst recht kein Schuldanerkenntnis ab.

Die selbst erstellte Unfallschilderung kann missverständlich sein.

Besser ist es, dem Rechtsanwalt den Unfall zu schildern, damit er Ihre Angaben in einwandfreier Form mitteilen kann.

Versicherung verweigert Kostenerstattung des Kindersitzes - zu Recht ?

Während ein gebrochenes Glas noch offensichtlich kaputt ist, gibt es andere Dinge, deren Schadhaftigkeit nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, wie z. B. bei einem Kindersitz oder auch bei einem Motorradhelm. Hier kann es nämlich sein, dass für das menschliche Auge nicht sichtbare, mikroskopisch kleine Haarrisse dafür verantwortlich sind, dass die Schutzfunktion (weswegen das Gerät ausschließlich benutzt wird) nicht mehr gewährleistet ist. 

Dennoch gibt es einige Versicherungsgesellschaften, die genau hierauf abstellen und nur bei offensichtlichen Schäden ausgleichen. So geschehen in einem Fall, in dem die gegnerische Versicherung (eine Kraftfahrzeugversicherung aus Hamburg) die Kosten des Kindersitzes nicht erstatten wollte und erst mit der Androhung einer Klage auf Erstattung der Begutachtungskosten i.H.v. bis zu 1.000,00 €  (die weitaus höher liegen als die Kosten des Kindersitzes i.H.v. ca. 150,00 €) einlenkte und - möglicherweise zähneknirschend - den Zeitwert des Kindersitzes erstattete.

Bevor es um derartige Details geht, sollte der Geschädigte sich jedoch grundsätzlich so früh wie möglich um anwaltlichen Beistand bemühen, zumal dies auch gewährleistet, dass sich der Rechtsanwalt und nicht der Geschädigte mit der Versicherung auseinandersetzen muss.  

     

Wenn die Versicherung Kosten des Gutachtens nicht erstattet

Nach einem Verkehrsunfall wird vom Geschädigten regelmäßig ein Gutachten in Auftrag gegeben, um den Schadensumfang und die Höhe der Reparaturkosten zu ermitteln und diese Kosten von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers ausgleichen zu lassen. Die Kosten für das Gutachten hat der Schädiger bzw. dessen Haftpflichtversicherung auszugleichen.

Eine hiesige Versicherungsgesellschaft aus Oldenburg war nun jedoch der Ansicht, man müsse diese Kosten für das - inhaltlich nicht beanstandete und damit einwandfreie - Gutachten nicht ausgleichen, weil der Gutachter zugleich bei der Werkstatt arbeitete, in welcher das Fahrzeug später repariert wurde. 

Diese Ansicht wurde vom Amtsgericht Cloppenburg nicht geteilt und die Versicherung mit Urteil vom 12.12.14 (AZ: 21 C 1093/14) zur Zahlung der gesamten Gutachterkosten, der vorgerichtlichen Rechtsanwaltsgebühren, sowie aller weiteren Kosten des Rechtsstreits verurteilt.

Eine etwas pikante Note hat das Verfahren deshalb, weil um Gutachterkosten in Höhe von 929,00 € gestritten wurde, die nun von der Versicherung darüber hinaus zu tragenden Kosten für Rechtsanwälte und Gericht bei immerhin 768,00 € (inkl. USt) liegen.

 

Was tun beim Unfall ?

Im Falle eines Unfalls sollten Sie nachfolgende Ratschläge beherzigen:

  1. Die Unfallstelle absichern, sofort die Polizei rufen.
  2. Keine Schuldanerkenntnisse abgeben, sich nicht in Diskussionen über die Schuldfrage verwickeln lassen.
  3. Fotografieren Sie den Schaden und die Unfallstelle, sowie das Auto des Unfallgegners
  4. Nichts verändern, bevor die Polizei eintrifft.
  5. Notieren Sie sich den Namen des Fahrers (Führerschein) und den des Kfz-Halters (Fahrzeugschein), das amtliche Kennzeichen und soweit möglich die Versicherungsgesellschaft des Unfallgegners.
  6. Überprüfen Sie das Protokoll der Polizei, korrigieren Sie bei Unstimmigkeiten.
  7. Lassen Sie sich vor Ort nicht durch Dritte (Knallzeugen u. ä.) beeinflussen. Nehmen Sie keine Dienstleistungen in Anspruch, welche der Versicherer des Schädigers nicht ersetzen muss. Fragen Sie im Zweifel zuerst Ihren Rechtsanwalt
  8. Wenn die Versicherung des Unfallgegners Kontakt mit Ihnen aufnimmt: Treffen Sie keine Vereinbarungen mit der Versicherung. Diese ist lediglich an einer kostenreduzierten Lösung interessiert.Stattdessen:
  9. Beauftragen Sie unverzüglich nach dem Unfall einen Rechtsanwalt, der sich mit der Bearbeitung von Verkehrsunfallsachen auskennt und Erfahrung auf diesem Gebiet hat. Dieser vertritt nachhaltig Ihre Interessen und nicht die Interessen der Versicherung.      Soweit Sie keine Rechtsschutzversicherung besitzen und Bedenken wegen der Rechtsanwaltskosten haben:                                                                                                        Nur wenn die Verantwortlichkeit für den Schaden und damit die Haftung nach Grund und Höhe von vornherein klar ist, so dass aus Sicht des Geschädigten kein vernünftiger Zweifel daran bestehen kann, dass der Schädiger seiner Ersatzpflicht nachkommen wird, ist die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts schon für die erstmalige Geltendmachung des Schadens nicht erforderlich. Ist hingegen der Schadensfall schwieriger gelagert, darf der Geschädigte sogleich einen Rechtsanwalt beauftragen (BGH NJW 1995, 446, 447). Nach Auffassung der Kammer ist ein schwieriger gelagerter Schadensfall grundsätzlich dann anzunehmen, wenn dieser auf einem Unfall im Begegnungsverkehr beruht und der Schaden 2.000,00 € übersteigt (Urteil des LG Itzehoe, AZ: 1 S 22/08).

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